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Tipp Nr. 152: Prioritäten von Programmen ändern (und Strom sparen)
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11.07.2009Win XP
Nr. 152:   Prioritäten von Programmen ändern (und Strom sparen)Profi-Tipp
Bei modernen Betriebssystemen ist es normal, dass eine Vielzahl von Programmen parallel läuft. Fachsprachlich werden diese dabei als Prozesse bezeichnet. Prozesse können z. B. die Oberfläche von Windows (der Explorer), Browser wie der Internet Explorer oder Mozilla Firefox, oder Anwndungsprogramme wie Microsoft Word sein. Dazu kommen zahlreiche Prozesse, zu denen keine auf der Oberfläche erkennbaren Programme gehören. Diese dienen der Steuerung des Betriebssystems, gehören zu im Hintergrund aktiven Diensten (die z. B. die Leistung steigern oder automatisch Aktualisierungen einspielen) oder sind für Diagnose und Sicherheit zuständig (etwa Virenscanner).

Alle Prozesse teilen sich natürlich die Leistung des PCs, insbesondere die der CPU, des zentralen Prozessors. Die Aufteilung der Leistung erfolgt dabei durch das Betriebssystem. Im Falle von Windows XP etwa, versucht dieses auf PCs, die von Menschen zur Arbeit genutzt werden (im Gegensatz zu Servern, die ohne ständigen Eingriff ihre Arbeit verrichten), die Leistung gerecht zu verteilen. Dadurch soll erreicht werden, dass vor allem solche Programme, die an der Oberfläche zu sehen sind und bedient werden können, selbst bei hoher Auslastung noch reagieren. Wird die Gesamtauslastung zu hoch, sinkt die Reaktionsgeschwindigkeit. Es wird zunehmend unangenehmer mit den Programmen zu arbeiten, da sie nur sehr zögerlich auf Eingaben wie Mausklicks reagieren.

Typische Anwendungsprogramme nehmen nur relativ wenig Leistung in Anspruch. Die Nutzung einer Textverarbeitung oder eines Browsers benötigt nur in Ausnahmefällen viel Leistung. Die meiste Zeit über ist der PC im "Leerlauf". Dies gilt selbst dann, wenn besonders schnell getippt wird oder viele Internet-Seiten parallel aufgerufen werden. Laufen allerdings parallel Anwendungen, die sehr viel Leistung benötigen, können diese Programme dennoch ausgebremst werden.

Ein typisches Beispiel sind Anwendungen, die Dateien komprimieren (z. B. zu ZIP- oder RAR-Archiven) oder Musik- bzw. Videodateien verarbeiten. Üblicherweise werden sie gestartet, bestimmten Einstellungen vorgenommen (etwa, welche Dateien verarbeitet werden sollen) und laufen danach autonom. Mitunter kann die Laufzeit Stunden betragen, während derer sie ständig mit der maximal ihnen zur Verfügung stehender Leistung laufen.

Aus ökonomischen und ökologischen Gründen (Stromverbrauch!) ist es sinnvoll, solche Aufgaben laufen zu lassen, während der PC ohnehin benutzt wird. Die Arbeit kann dann allerdings lästig werden. Die Nutzung umfangreicher Programme, die ihrerseits gelegentlich viel Leistung benötigen, kann fast unmöglich sein. Ein Beispiel hierfür ist die Bildbearbeitung. Die meiste Zeit über benötigt ein solches Programm fast keine Leistung, etwa beim Zeichnen. Werden allerdings Filter und Effektwerkzeuge benutzt, benötigt die Bildverarbeitung kurzzeitig sehr viel Leistung. Anwendungen die ständig viel Leistung abrufen und zudem schnelle Eingaben benötigen, können gar nicht genutzt werden. Hierzu zählen vor allem Spiele.

Die obige Situation ist insbesondere deshalb ein Dilemma, da moderne Prozessoren über mehrere Kerne verfügen. Ein jeder Kern kann zur parallelen Ausführung von Prozessen genutzt werden. Bei fast allen Aufgaben ist der PC weit davon entfernt, komplett ausgelastet zu sein. Nichts desto trotz ist ein paralleles Arbeiten mit Anwendungen, die für eine hohe Auslastung sorgen, häufig schwierig.

Eine Lösung kann die Möglichkeit geben, Prioritäten für Prozesse festzulegen. Um die Nutzbarkeit des PCs zu erhalten, können Prozesse unterschiedliche Prioritäten haben. Typischerweise haben die meisten Prozesse die Priorität "normal". Der Taskmanager allerdings hat die Priorität "hoch". Das führt dazu, dass er im Zweifelsfall bevorzugt behandelt wird. Ist der PC aufgrund eines abstürzenden Programms ausgelastet, kann mit dem Taskmanager dennoch gearbeitet werden, da er aufgrund seiner hohen Priorität bevorzugt Leistung in Anspruch nehmen kann: Wäre dies nicht der Fall, könnte er nicht genutzt werden, um das außer Kontrolle gerate Programm zu beenden.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, die Leistungszuweisung dem Betriebssystem zu überlassen. Insbesondere ist es fast nie sinnvoll, die Priorität von Prozessen zu erhöhen. Im schlimmsten Fall bremst dies das Betriebssystem selbst aus und hat unvorhersehbare Konsequenzen auf das Leistungsverhalten. Es kann allerdings sinnvoll sein, die Priorität von Prozessen herabzusetzen. Immer dann, wenn die Laufzeit eines Prozesses egal ist, und auch sein Reaktionsverhalten keine Rolle spielt, kann dies sinnvoll sein.

Starten Sie den Taskmanager mit einem Rechtsklick auf die Taskleiste. Wählen Sie "Task-Manager" und wechseln in die Registerkarte "Prozesse". Klicken Sie den gewünschten Prozess mit rechts an. Die Prozesse sind in der Regel nach der zugehörigen Anwendung benannt. Wählen Sie aus dem erscheinenden Menü "Priorität festlegen" und geben danach "Niedriger als normal" oder direkt "Niedrig" an. Setzen Sie die Priorität keinesfalls auf "Echtzeit"!

Die folgende Warnung sollten sie durchaus ernst nehmen. Geändert werden sollten ausschließlich Anwendungsprogramme. Bestätigen Sie die Frage mit "Ja". Fortan läuft der Progress mit einer niedrigeren Priorität. Dies gilt tatsächlich nur für diesen Prozess. Starten sie das zugehörige Anwendungsprogramm erneut, hat der neue Prozess wieder die Priorität "normal".

Der Prozess bekommt nun nach wie vor so viel Leistung, wie er benötigt, wird aber bei der Verteilung derselben benachteiligt. Dies hat erhebliche Vorteile. Während die Laufzeit des Prozesses in der Regel kaum steigt, kann mit dem PC deutlich flüssiger gearbeitet werden. Ein Prozess zur Komprimierung von Dateien wird zwar fast dauerhaft 100% Leistung in Anspruch nehmen, dennoch reagieren die im Vordergrund laufenden Anwendungsprogramme deutlich schneller auf Eingaben.

Einschränkungen dieser Strategie können sich ergeben, wenn weitere Komponenten des PCs stark belastet werden. Komprimierungsprogramme greifen natürlich auf Speichermedien wie die Festplatte zu. Daher ist es möglich, dass trotz geänderter Priorität das Spielen nebenbei nicht möglich ist. Gleiches gilt für Anwendungen, die blitzschnelle Reaktionen benötigen - also etwa Action-Spiele. Probieren Sie daher aus, was möglich ist. Im Zweifelsfall können Sie das im Hintergrund laufende Programm anhalten und später fortsetzen oder neu starten. In vielen Fällen werden Sie aber die Zeit am PC sinnvoll nutzen können und zudem Strom sparen, weil der PC nicht mehr "weiterlaufen" muss, um noch nicht beendete Aufgaben fertig zu stellen.
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-Tim Majchrzak


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